Rund 30 Gläubige der Gemeinden Ulm‑Ost und Ulm-West besuchten am 29. Januar 2026 die Ausstellung „Wir wollten es anders“ in der Ulmer Volkshochschule. Dr. Christoph Hantel, Leiter der vh Ulm, führte mit einem informativ-berührenden Vortrag in das Thema ein und machte deutlich, welche besondere Rolle Ulm für die Geschichte der Weißen Rose spielt.
Die Ausstellung, die auf der Dauerschau der Ulmer Denkstätte Weiße Rose basiert, stellt junge Ulmerinnen und Ulmer vor, die sich dem NS‑Regime widersetzten – darunter Hans und Sophie Scholl, aber auch viele weniger bekannte Jugendliche. Besonders eindrücklich war die persönliche Nähe, die durch die Porträts entsteht. Die Ausstellung informiert nicht umfassend über Nationalsozialismus und Widerstand, sondern reißt schlaglichtartig einzelne junge Menschen aus der Anonymität und ermöglicht dadurch ein Mitfühlen mit ihren Lebenswegen und Entscheidungen.
Dr. Hantel betonte, wie vielfältig die Formen des jugendlichen Widerstands waren: vom Verweigern des Hitler‑Eids über Hilfe für Verfolgte bis hin zu mutigen Zeichen der Nonkonformität. Die Teilnehmenden verfolgten den Vortrag mit großer Aufmerksamkeit und nutzten die Gelegenheit zu einem regen Austausch. Viele zeigten sich bewegt von der Aktualität der Frage, ob Zivilcourage auch heute noch „gefragt“ sei, was der Einzelne dafür tun könne, damit sich die Geschichte nicht wiederholt. Der Abend endete mit dem gemeinsamen Eindruck, dass die Erinnerung an die jungen Ulmer Widerständigen nicht nur historisches Wissen vermittelt, sondern auch ein Auftrag für die Gegenwart bleibt.