Bischof Jürgen Gründemann feierte am Sonntag, 22.02.2026 einen Gottesdienst in der Kirche Ulm-Ost, zu dem die Gemeinden Pfuhl, Beimerstetten und Senden eingeladen waren. Das zentrale Thema der Predigt wies die Gottesdienstbesucher auf die Fürbitte von Verstorbenen hin.
Da am ersten Sonntag im März in allen Gemeinden der Gottesdienst im Gedenken an Entschlafene gefeiert wird, wies Bischof Jürgen Gründemann in seiner Predigt vorbereitend auf dieses Ereignis hin.
Dem Gottesdienst lag das Bibelwort aus Lukas 15, 5.6 zugrunde:"Und wenn er´s gefunden hat, so legt er sich´s auf die Schultern voller Freude. Und wenn er heimkommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freut euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war."
Zu Beginn des Gottesdienstes stellte der Bischof die Frage an die Gottesdienstbesucher, warum sie hier seien. Ob es Gewohnheit sei oder weil ein Platz reserviert sei. Wenn die Liebe zu Gott, zu seinem Sohn sowie die Liebe zu Schwester und Bruder der Grund sei, wäre alles gut.
Das Bild aus dem Bibelwort zeige Jesus in seiner ganzen Liebe. Er sei dem einen verlorenen Schaf nachgegangen und habe dabei die Zurückgebliebenen gewiss nicht vergessen. Nicht nur dieses Bild offenbare Jesu Wesen, sondern auch sein Handeln. Oft sei er angegriffen worden, weil er mit Zöllnern und Bettlern Gemeinschaft gehabt und sogar mit ihnen gegessen habe. Damit habe er jedoch seine Worte unterstrichen, die er an anderer Stelle gesprochen habe: Er sei nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße (vgl. Lk 15,7).
So dürfe man gewiss sein, dass Jesus jedem nachgehe, für jeden da sei und bei Bedarf auch auf die Schulter nehme – unabhängig davon, welche Not oder Sorge vorliege oder ob jemand auf Abwege geraten sei. Auch die Seelen in der jenseitigen Welt hätten diese Gewissheit. Es dürfe darum gebetet werden, dass sie Jesus fänden, seine Gnade erkannten und Verlangen nach seiner Liebe hätten. Dann müssten sie nicht mehr an den früheren Ort zurückkehren; es geschehe ein segensreicher Ortswechsel. Daraus entstehe Freude, und diese Freude treibe dazu an, noch mehr zu beten und noch mehr Barmherzigkeit zu zeigen.