An der Fassade der Caritas Ulm-Alb-Donau in der Olgastraße weht eine blaue Fahne: "Frei leben- ohne Gewalt" steht unter der Silhouette einer Frau. Immer am 25. November machen die Vereinten Nationen mit dem „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ darauf aufmerksam, dass Millionen von Frauen und Mädchen weltweit von Gewalt betroffen sind.
Auch im Alb-Donau-Kreis wurden an öffentlichen Gebäuden und zentralen Plätzen solche Fahnen gehisst, um aufmerksam zu machen. „Der Termin passt gut zum gestrigen Tag“, sagt Charlotte Psik, die als Sozialpädagogin für die Beratungen bei häuslicher Gewalt und dem Frauenhaus der Caritas verantwortlich ist, bei der symbolischen Übergabe des Schecks am 26.11.2024. Gemeinsam mit Ruben Bais, Leitung Caritas Dienst Familienhilfe, bedankten sie sich für 2500 Euro finanzielle Unterstützung von human aktiv, dem Hilfswerk der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland.
Bais hatte den Antrag bei human aktiv eingereicht und freute sich sehr über die unbürokratische Hilfe. Mit der Spende sei erst mal gesichert, dass einem mobilen Team ein Fahrzeug zur Nutzung zur Verfügung stehe. "Denn die erste Hürde, die von häuslicher Gewalt betroffene Frauen überwinden müssen, ist oftmals bereits der Weg zu uns", sagt Bais. Zum Alb-Donau-Kreis gehören 55 Gemeinden, deren 203.500 Einwohner in einem Umkreis von rund 50 km wohnen, dies in überwiegend ländlich strukturiertem Raum.
Dabei steigen die Zahlen der Frauen, die Hilfe im Frauenhaus suchen. Häusliche Gewalt zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten. Etwa jede vierte Frau in Deutschland hat mindestens einmal in ihrem Leben körperliche, psychische oder sexualisierte Gewalt in einer Partnerschaft erfahren. Auch die Kinder der Frauen sind betroffen. Die meisten Fälle werden nach wie vor nicht angezeigt, da häusliche Gewalt gesellschaftlich noch immer ein Tabuthema ist. Somit ist die Dunkelziffer hoch.
Um die Hilfe im Alb-Donau-Kreis niederschwelliger und schneller zu gestalten, ist ein mobiles Team im Einsatz, welches auch Beratungen vor Ort ermöglicht. Die durch die Spende vorerst gedeckten Unterhaltskosten eines Fahrzeugs ermöglichen es, sich an neutralen Orten zu Beratungsgesprächen zu treffen, Fahrten von Betroffenen zu Freizeitangeboten, und im Notfall einen schnellen Einsatz des Beratungsteams oder die Fahrt zum Frauenhaus.
Von häuslicher Gewalt betroffene Frauen können telefonisch, 0731-206347, oder per Mail, frauenhaus@caritas-ulm-alb-donau.de, mit den Mitarbeiterinnen der Beratung bei häuslicher Gewalt erstmalig Kontakt aufnehmen.
Rund um die Uhr ist die Rufnummer 116 016, das Hilfetelefon bei Gewalt gegen Frauen erreichbar.
Bereits im Jahr 2023 hat human aktiv Organisationen gefördert, die sich für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder einsetzen. Dabei konnte das Frauenhaus des Alb-Donau-Kreis und der Kinderschutzbund Ulm/Neu-Ulm mit je 6000 Euro unterstützt werden. Aufgrund der zahlreichen eingegangenen Förderanträge beschloss der Vorstand von human aktiv, den Jahresförderschwerpunkt im Jahr 2024 fortzusetzen.