Zu einem gemeinsamen Gottesdienst kamen am Mittwochabend, 9. September 2026, die Gemeinden Beimerstetten, Laichingen, Machtolsheim und Blaustein in Beimerstetten zusammen. Bischof Jürgen Gründemann leitete den Gottesdienst. Im Mittelpunkt stand das Bibelwort aus Psalm 126,5–6: „Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und weinen und streuen ihren Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.“
Bischof Gründemann sprach über die Erfahrungen, die zum Leben gehören: Pläne können zerbrechen, Hoffnungen enttäuscht werden und Lebenssituationen eine Wendung nehmen, die zunächst unverständlich ist. Gerade dann stellt sich die Frage, ob Gott weiterhin als der Heilige, Allmächtige und Vertrauenswürdige erlebt wird.
Das Psalmwort steht vor dem Hintergrund der Rückkehr Israels aus der babylonischen Gefangenschaft. Die Freude über die Heimkehr wich zunächst der Ernüchterung, denn Jerusalem lag in Trümmern. Dennoch endete die Geschichte nicht in Enttäuschung. Wer mit Tränen sät, darf darauf vertrauen, dass Gott daraus eine Ernte der Freude entstehen lässt.
Dieses Bild übertrug der Bischof auf das persönliche Leben und den Glauben. Jeder Mensch habe eigene Gaben empfangen und sei aufgerufen, mit ihnen Gutes auszusäen. Das gelte für Eltern, Großeltern und alle, die Kinder und junge Menschen begleiteten, ebenso wie für den Dienst in den Gemeinden. Auch wenn zunächst keine Früchte sichtbar seien, bestehe die Aufgabe darin, treu zu bleiben und das Gute nicht aufzugeben. Das Wachstum schenke Gott.
Auch die gesellschaftliche Wirklichkeit nahm Bischof Gründemann in den Blick. In einer Welt, in der Menschen ausgenutzt und ungerecht behandelt werden, seien Christen aufgerufen, sich am Evangelium Jesu Christi und an seinen Geboten zu orientieren – auch dann, wenn dies persönliche Nachteile mit sich bringe. Eine solche Haltung könne zunächst wie eine Tränensaat wirken, werde mit Gottes Hilfe aber zu einer Freudenernte.
Tränen seien dabei kein Zeichen von Schwäche. Jesus Christus selbst habe am Grab des Lazarus und angesichts Jerusalems geweint – aus Liebe zu den Menschen und aus tiefem Mitgefühl. Gott sehe auch die unsichtbaren Tränen. Er wende sich Menschen in Angst, Enttäuschung und persönlichem Versagen nicht ab, sondern begleite sie und trete für sie ein.
Der Bischof verwies auf die Zukunftshoffnung des Glaubens: In Offenbarung 21 werde zugesagt, dass Gott alle Tränen abwischen werde und Tod, Leid, Geschrei und Schmerz nicht mehr sein würden. Diese Verheißung gebe auch in schweren Zeiten Orientierung. Mit Gott hätten Christen nicht nur eine gemeinsame Vergangenheit, sondern auch eine gemeinsame Zukunft.
Bezirksvorsteher Frank Bolz griff den Gedanken anschließend in seinem Predigtbeitrag auf. Weinen könne dort entstehen, wo die Seele keine Worte mehr finde. Es sei jedoch nicht das Ende: Jede Gabe und jedes Wirken aus dem Heiligen Geist trage die Kraft in sich, Frucht zu bringen. Am Beispiel Jesu werde deutlich, dass Mitgefühl und Tränen mit dem Wirken Gottes verbunden seien. Lazarus sei zum Leben erweckt worden, und Jesu Evangelium wirke bis heute.
Bischof Gründemann ergänzte, dass Jesus Christus Menschen in ihrer konkreten Lebenswirklichkeit begleite – auch Kinder und Jugendliche, die vor dem neuen Schuljahr Unsicherheiten und Ängste erleben. Ebenso stehe er Menschen bei, die innerlich weinten, weil sie immer wieder an denselben Herausforderungen scheiterten. Jesus klage nicht an und richte nicht, sondern vertrete den Menschen beim Vater. Auch seelsorgerliche Begleitung sei Ausdruck dieser Nähe: „Mit den Weinenden weinen“ bedeute, Not nicht wegzuerklären, sondern sie gemeinsam auszuhalten.
Nach dem Predigtteil betete die Gemeinde das Vaterunser, empfing die Vergebung der Sünden und feierte gemeinsam das Heilige Abendmahl.
Veränderungen in den Gemeinden Blaustein und Beimerstetten
Zum Abschluss verlas Bischof Jürgen Gründemann ein Schreiben des Apostels Volker Keck. Darin wurde angekündigt, dass am Donnerstag, 24. September, ein Gottesdienst in der Gemeinde Blaustein stattfinden soll. Dieser werde ein besonderes Gepräge haben: Priester Rainer Kaupp, seit mehr als 40 Jahren Amtsträger und seit August 2005 Gemeindevorsteher in Blaustein, habe aus gesundheitlichen Gründen um seinen vorzeitigen Ruhestand gebeten. Für sein langjähriges, liebevolles und demütiges Dienen sowie sein segensreiches Wirken wurde ihm herzlich gedankt; zugleich wurden ihm weiterhin alles Gute und Gottes Segen gewünscht.
Künftig soll der bisher Gemeindevorsteher in Beimerstetten, der Gemeinde Blaustein als Vorsteher vorangehen. Für die Gemeinde Beimerstetten ist ein Priester als neuer Gemeindevorsteher vorgesehen. Die Gemeinden Blaustein und Beimerstetten wurden gebeten, ihre künftigen Vorsteher von Herzen anzunehmen und sie in ihrem Dienen und Auftrag im Werk Gottes zu unterstützen.